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Der Grippe keine Chance geben
Rechtzeitiges Impfen schützt Menschen über 60 und Risikopatienten besonders gefährdet
Für das Influenzazentrum des RobertKochInstituts (RKI) in Berlin beginnt
die Grippesaison schon im Sommer. Jedes Jahr machen sich die Forscher des Instituts dann über eingeschickte Rachenabstriche her, um die neuesten Virenstämme zu isolieren. Bis Februar
werden nun laufend Proben aus der ganzen Republik überprüft und die Veränderungen im Virus dokumentiert. Die Daten dienen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Grundlage für die
Impfstoffempfehlung der nächsten Grippesaison also für den Winter 2002/2003. Die Impfstoffe für den kommenden Winter sind dagegen längst schon in Produktion.
Wenn das RKI im September seine alljährliche Impfempfehlung herausgibt, ist es Zeit sich zu überlegen, ob man einer lästigen Grippe
nicht vorbeugen möchte. Denn mit einer richtigen Influenza ist nicht zu spaßen. Schlägt das Virus einmal zu, steigt innerhalb weniger Stunden die Körpertemperatur unter SchüttelfrostAttacken bis auf
über 39 Grad. Zum Fieber kommen starke Kopfund Muskelschmerzen sowie Übelkeit. Nach drei bis acht Tagen sind diese Allgemeinsymptome zwar meistens wieder verschwunden, der
geschwächte Körper braucht aber im Durchschnitt noch ein bis zwei Wochen, um sich von dem Schlag zu erholen.
Jeden Winter verzeichnen Ärzte in Deutschland eine starke Zunahme der InfluenzaErkrankungen. Diese Grippewellen dauern in der Regel
zwischen vier und acht Wochen. In den vergangenen neun Jahren lag die Spitze zwischen Januar und März", erklärt Michael Köllstadt von
Der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Marburg. „Den ersten Anstieg verzeichnen wir aber schon im November“.
Ein kleiner Pieks beugt vor: Jährlich sterben in Deutschland zwischen 4000 und 8000 Menschen an den Folgen der Grippe.
Für die Saison 1995/96, als ein stark veränderter Virustyp kursierte, errechnete die AGI 20.000 zusätzliche Todesfälle. 90 Prozent von
ihnen entstammten der Risikogruppe der über 60Jährigen. Viele von ihnen sterben nicht direkt an der Grippe", meint Michael Köllstadt, "sondern erliegen einer HerzKreislaufschwäche oder einer
Zweitinfektion. "
Dabei lässt sich eine Influenza durch eine frühzeitige Impfung vermeiden. Die Immunität ist in den ersten vier Monaten nach der
Impfung am höchsten und schützt während dieser Zeit zu 80 bis 90 Prozent. Die WHO empfiehlt deswegen jedes Jahr vor allem den Risikopatienten sich zwischen September und November impfen zu lassen. Denn selbst wenn trotzdem eine Grippe ausbrechen sollte,
verläuft sie wesentlich schwächer als bei einer Ansteckung ohne Impfschutz. Auch das Risiko einer Zweiterkrankung sinkt.
Gefährdete Personen
Zu den besonders gefährdeten Personen zählen vor allem ältere
Menschen über 60 Jahre. Deren Körper wird bei einer Erkrankung so geschwächt, das sowohl die Immunabwehr als auch vitale Funktionen wie Herz, Kreislauf oder Nieren unter der Belastung zusammenbrechen können.
Auch chronisch Kranke mit HerzKreislaufSchwäche, Asthma, Nierenproblemen, Tumorerkrankungen oder Immunschwäche sind
eine Risikogruppe. Wegen des erhöhten Infektionsrisikos sollten sich auch Menschen impfen lassen, die beruflich viel mit Menschen zu tun haben oder in medizinischen Berufen arbeiten. Empfohlen wird eine
Immunisierung auch Schwangeren, die ihr Kind zwischen November und April erwarten.
Gefährliche Nebenwirkungen der Impfung sind nicht bekannt. Patienten, die gegen Hühnereiweiß allergisch sind, sollten Rücksprache
mit ihrem Arzt halten. Da der Impfstoff in Hühnereiern herangezüchtet wird, können Spuren von Eiweiß im Präparat zurückbleiben.
Informationen auch unter: www.dgk.de/agi
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